Eichendorff-Gymnasium Bamberg

Bild der Schule

Weimar – eine Stadt der Widersprüche

Weimar - Der Geist der Klassik gepaart mit moderner Beschaulichkeit

Literatur einmal hautnah zu erleben und sich vom klassischen Geist inspirieren zu lassen, den das kleine Städtchen Weimar auch heute noch ausstrahlt, das war dieses Jahr zum ersten Mal für zwei Jahrgangsstufen möglich.

Am 18./19.06.2010 konnten die Schülerinnen der Q11 mit den sie begleitenden Lehrkräften Frau Kaiser, Frau Schmitt-Reuter, Herrn Faber und mit Herrn Kick, am 11./12.07.2010 die Kollegiatinnen der KS 12 mit Frau Langfeld, Frau Michels-Fink, Frau Schember und Frau Schuckert viele neue Eindrücke gewinnen.

Bei dem zweitägigen Aufenthalt wurde den Schülerinnen in einer Stadtführung in mehreren Gruppen zunächst das von der Herzogin Anna Amalia geprägte Herzogtum, aber auch das Weimar späterer Jahrhunderte näher gebracht. Führungen durch die beiden Dichterhäuser gewährten aufschlussreiche Einblicke in die Lebensverhältnisse und das Selbstverständnis der beiden großen Dichterfürsten Goethe und Schiller und veranschaulichten den im Unterricht thematisierten Stoff in lebendiger Weise. Aber auch für Museumsbesuche und Erkundungen auf eigene Faust stand Zeit zur Verfügung. Auch kulinarische Genüsse und Zeit zum Entspannen kamen nicht zu kurz.

Abends hatten die Schülerinnen der Q11 Gelegenheit, im Weimarer Nationaltheater eine Inszenierung von Ödön von Horváths „Geschichten aus dem Wienerwald“ zu erleben. Diese sehr moderne und äußerst freizügige Inszenierung forderte das Publikum über zwei Stunden teilweise schmerzhaft und gab im Anschluss Anlass zu hitzigen Diskussionen. Interessierte der KS 12 ließen sich auch von der Fußball Weltmeisterschaft nicht davon abhalten, vor romantischem Rahmen im Schlosshof Weimar „Romeo und Julia“ von William Shakespeare im extra dafür nachgebauten Globe Theater anzuschauen und den Abend auch ohne Fußball zu genießen.

Am Nachmittag des zweiten Tages brachte der Besuch der Gedenkstätte Buchenwald die Gräuel des Naziregimes wieder vor Augen und regte von Neuem zur Auseinandersetzung mit der jüngeren deutschen Vergangenheit an. Die sehr einfühlsam gestalteten Führungen bewirkten bei allen Teilnehmerinnen einen hohen Grad von Betroffenheit.

Am Ende dieser zwei sehr erlebnisreichen Tage stand die Hoffnung, dass den Schülerinnen diese etwas andere Art der Literaturvermittlung trotz des Wochenendtermins gefallen und zu neuen Erkenntnissen beigetragen hat.

Petra Schuckert