Eichendorff-Gymnasium Bamberg

Bild der Schule

Religion

Schülerinnen erinnern an den Holocaust

Am 9. November um exakt 8 Uhr wurden im Eichendorff-Gymnasium alle Lichter ausgeschaltet. Dieses Projekt wurde von der evangelischen Religionsgruppe der Klassen 10 a und 10 b mit Frau Rölver ins Leben gerufen. In jedes Klassenzimmer unseres Schulgebäudes haben wir Kerzen und eine kurze Biographie einer jüdischen Schülerin gelegt.

In den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts wurden nämlich mehrere jüdische Schülerinnen des Eichendorff-Gymnasiums in Konzentrationslager deportiert, ermordet oder sie mussten ins Ausland fliehen. Wie zum Beispiel Ilse Wiesenfelder. Sie wurde 1916 in Bamberg geboren und ihre Eltern besaßen ein Weingeschäft. Das Geschäft musste jedoch geschlossen werden und die Familie verarmte, so dass sie von der jüdischen Wohlfahrtspflege unterstützt werden musste. Ilses Mutter wurde 1941 nach Riga deportiert. Ilse Wiesenfelder besuchte die Bachschule (heute das Eichendorff-Gymnasium) von 1930-1933. Ilse floh 1938 in die USA.

Wie Ilse erging es vielen jüdischen Schülerinnen in Bamberg. Um an ihr Schicksal zu erinnern haben wir uns im Vorfeld alte Jahresberichte und Schriften angeschaut, um 14 Biographien auszuarbeiten. So hoffen wir, dass dieser schlimme Tag 1938 zumindest an unserer Schule niemals in Vergessenheit geraten wird.

Anna Dresen

Über-Konfessionelle Veranstaltungen im Schuljahr 2011/12

Das Tagebuch des Simon Laub - Lektüreprojekt im Katholischen Religionsunterricht der Klasse 8c

Im Rahmen des Lehrplanthemas „Sekten auf dem Prüfstand“ las die Klasse 8c den Thriller „Die Warnung“ von Jürgen Banscherus. Dazu erstellten die Schülerinnen selbstständig einen Blog, der aus Sicht des Protagonisten Simon Laub verfasst wurde. Eigens gezeichnete Bilder vervollständigten das „moderne Tagebuch“. Der ganze Blog kann unter folgender Internetadresse nachgelesen werden:

http://simons-tagebuch.tumblr.com/

Hier ein kleiner Auszug:

22nd May 2011

Liebes Tagebuch,

heute war ich mit Mirjam und Ingrid im West-Hotel bei der Thomas-Bruderschaft. Ich hatte gehofft, dass wir uns nicht so weit nach vorne setzen würden, aber Mirjam und Ingrid gingen bis vor in die 4. Reihe, was ich nicht sehr toll fand. Ingrid und Mirjam legten sich weiße Schals mit einem ‚T‘ und einem Fischsymbol um den Hals. Hinter einem Stehpult saßen zehn Männer mit einem violetten Schal an einem großen Tisch. Mirjam hat mir erklärt, dass das die Ältesten seien. Sie leiten die Gemeinde. Hinter ihnen war ein großes Gemälde, dass Will Morgan, den Gründer der Gemeinde zeigte. Dann kam Bruder Bernhard in den Saal. Er trug einen roten Schal. Hinter ihm lief ein Mädchen, das sich zum Tisch der Ältesten setzte. Als Bruder Bernhard etwas sagte, riefen ihm alle nach. Dann begann die Musik und alle sind aufgesprungen und haben angefangen zu tanzen! Das war wirklich komisch, und ich musste mich bemühen sitzen zu bleiben. Ich glaube, alle haben mich angestarrt, weil ich der Einzige war, der sitzen geblieben war. Das war mir sehr unangenehm. Zum Glück ging die Musik aus und alle haben sich wieder hingesetzt. Bruder Bernhard hat dann gepredigt und jeden aus der Gemeinde angeschaut – auch mich. Und dann ist mir das Mädchen aufgefallen. Sie war wunderschön. Viel hübscher als Nora! Nach der Predigt ist Bruder Bernhard zu uns gekommen und Mirjam wollte, dass er mich segnete. Aber ich wollte es nicht und bin zurückgewichen. Dann haben Mirjam, Ingrid und ich den Saal verlassen. Dort stand das Mädchen. Sie heißt Theresa und ihr Vater ist Bruder Bernhard. Zusammen wohnen sie im West-Hotel. Im Auto erzählte mir Mirjam noch einiges: Theresa durfte nur am Ältesten Tisch sitzen, weil sie eine sogenannte ‚Auserwählte‘ sei und vielleicht Menschen heilen könne. In der Gemeinde bestimmen die Männer. Und das ‚T‘ am Schal bedeutet Thomas-Bruderschaft und das Fischsymbol Christus. Zu Hause habe ich dann Theresa angerufen… aber sie war nicht daheim….

Simon

Besuch des Christine-Denzler-Labisch Haus in Bamberg

Die Klassen 10a und 10b besuchten am 6. April 2011 das Hospiz in Bamberg. Dabei erhielten die Schülerinnen einen Einblick in folgende drei Institutionen: Palliativstation und SAPV , Hospizverein und Hospiz-Akademie.

In jeder dieser drei Einrichtungen erhielten die Schülerinnen durch engagierte Mitarbeiter und Ehrenamtliche nicht nur einen Einblick in die jeweilige Tätigkeit (Palliativmedizin, Psychologie), sondern hatten auch die Möglichkeit, sich selbst mit Sterben und Tod auseinanderzusetzen. Insbesondere das Gespräch mit den ehrenamtlichen Sterbebegleiterinnen, die offen über Ängste, Anstrengungen und fröhliche Momente berichteten, war für die Schülerinnen von großem Interesse.

Kreative Auseinandersetzung mit Bibelstellen des Alten Testaments:
David und Goliat (1 Sam 17, 1-58)

Julika Gagel
Yessica Höpfl
Natalie Cedl
Emma Schneider

Studientag 2010 in der Aula der Universität Bamberg

„Der Mensch ist frei geschaffen, ist frei, und würd´ er in Ketten geboren“ (Schiller 1797)

So umschrieb Schiller das, was heute als so genannte Willensfreiheit in Wissenschaft und Theologie heftig diskutiert wird. Ist der Mensch in seinen Entscheidungen wirklich frei? Oder ist die Freiheit des menschlichen Willens ein bloßes Gefühl, das ausschließlich auf neuronale Gehirnaktivitäten zurückgeführt werden kann?

Unter der Fragestellung

„Wie frei bist du wirklich?“

- Hirnforschung – eine Provokation für die Theologie?

fand am 28.Oktober 2010 in der Aula der Universität Bamberg ein Studientag statt. An dieser Veranstaltung für Oberstufenschülerinnen nahmen der Leistungskurs K13 und zwei Kurse der Q12 teil.

Nach der Begrüßung durch Prodekan Prof. Korn und Herrn Franke führte Frau Prof. Schambeck sf in das Thema ein. Darauf folgten zwei kurze Statements verschiedener theologischer Fachrichtungen: Herr Prof. Weißer gab einen Überblick über den Bereich Hirnforschung und stellte theologisch-ethische Reflexionen vor. Herr Prof. Kügler zeigte auf, dass man an der Bibel lernen kann, mit Hirnforschung gelassen umzugehen, denn „mit der Bibel ist es wie mit dem Gehirn ...“.

In den sich anschließenden Arbeitskreisen tauschten sich die Schülerinnen unter der Leitung von Theologiestudenten/innen über das Dargelegte aus und vertieften einzelne Inhalte. So wurde zum Beispiel ebenso über die Vereinbarkeit von Wissenschaft und Theologie diskutiert, wie über mögliche Konsequenzen einer Determination durch neuronale Gehirnaktivitäten. Wie sollte man mit Straftätern umgehen, deren Handeln nicht selbstbestimmt ist? Kann man sie noch für Verbrechen verantwortlich machen? Gibt es ein „Gottesgen“, das vorbestimmt hat, dass wir glauben? Oder können wir uns wirklich selbst für und gegen den Glauben entscheiden?

Unter der Leitung von Frau Prof. Schambeck sf wurden die Ergebnisse der Arbeitskreise abschließend in einer Podiumsdiskussion vorgetragen. Drei Schülerinnen konnten hierbei den beiden Professoren Weißer und Kügler Fragen stellen, die diese zu beantworten versuchten. Dabei wurde deutlich, dass die Postulate der Hirnforschung Theologie herausfordern, was nicht letztlich im christlichen Gottes- und Menschenbild begründet ist: Freiheit wird als Geschenk und Liebes- bzw. Vertrauenserweis des Schöpfergottes erachtet, wodurch erst humanes, gutes Handeln möglich ist. Mit diesem (Glaubens-) Wissen kann sich jeder Mensch als von Gott gewolltes und v.a. Verantwortung tragendes Geschöpf ansehen.

Die Zukunft wird zeigen, welche Optionen Theologie auf Freiheit eröffnen kann, und wie sich dadurch die Sicht auf den Menschen, auf die Welt und auf ethisches Handeln verändert.

Materialien zu dieser Veranstaltung können unter dem Link: Studientag 2010 heruntergeladen werden

Eva Obermeyer