Eichendorff-Gymnasium Bamberg

Bild der Schule

Boise, ID (USA)

Allgemeine Informationen zum Austauschprogramm

Nach längerer Pause findet im Schuljahr 2016/17 wieder ein Schüleraustausch mit unserer neuen Partnerschule in den USA, der Borah High School in Boise, Idaho, statt. An diesem Austausch nehmen 10 Schülerinnen aus den Jahrgangsstufen 9 bis 11 teil.

Die deutsche Gruppe reist vom 5. bis 23. April 2017 in die USA. Nach einem 3-tägigen Aufenthalt in San Francisco zu Beginn des Austauschs begeben sich die Schülerinnen in die Gastfamilien und besuchen 2 Wochen lang mit ihren Austauschpartnern die Schule. Der Gegenbesuch der amerikanischen Schülergruppe erfolgt nach den Pfingstferien 2017.

Weitere Informationen über das Austauschprogramm gibt es bei Frau Liebig.

Bambergerinnen treffen Ex-Basketballer in Idaho

„Oh Mann, ich bin so aufgeregt, ich sterb gleich!“ So dachten alle von uns, als wir am Flughafen in Boise, Idaho, ankamen. Die ersten 3 Tage unseres Aufenthalts hatten wir ganz entspannt alle zusammen in San Francisco verbracht und uns die wichtigsten Sehenswürdigkeiten angesehen: Golden Gate Bridge, Alcatraz, Fisherman’s Wharf, Cable Car fahren. Und nun wurden wir in Boise auf unsere Gastfamilien verteilt. Als wir nach dem Ausstieg aus dem Flugzeug um die Ecke bogen, wurden wir dann von einer riesigen Gruppe mit Willkommensschildern empfangen. Doch die Aufregung war völlig unbegründet, denn wir wurden alle äußerst herzlich aufgenommen und fühlten uns in kürzester Zeit wie richtige Familienmitglieder. Zunächst fiel uns auf, dass in den USA alles viel größer ist als in Deutschland: Häuser, Haushaltsgeräte, Autos, Straßen, Läden, Essensportionen. Außerdem werden beim Zubereiten der Mahlzeiten sehr viele Fertigprodukte verwendet.

Auch die Schule ist anders, nicht nur größer. Der normale Schultag umfasst 7 Schulstunden (von 7.45 Uhr bis 15.07 Uhr) und man hat jeden Tag die gleichen Fächer. Im Unterricht geht es oft viel entspannter zu, und es gibt auch Fächer, die es bei uns höchstens als Wahlfächer gibt, z.B. Choir, Orchestra, Theater, Military Science oder Intro to Food. Manche von uns durften in „Ceramics“ ein eigenes Kunstwerk aus Ton erschaffen, waren in „Health Occupations“ beim Sezieren von Schafsnieren dabei, und wir alle durften zusammen mit amerikanischen Schülern in „Culinary“ Apfelstrudel backen.

Einen halben Vormittag verbrachten wir am Treasure Valley Math and Science Center, das von Schülern besucht wird, die in Naturwissenschaften sehr gut sind. Der Unterricht dort entsprach vom Niveau her eher dem, was man vom Gymnasium gewöhnt ist. „Forensics“ war für alle von uns am interessantesten, weil wir in Kleingruppen je einen Turnschuh mit Erdresten von einem „Tatort“ bekamen. Wir mussten dann mit Hilfe verschiedener Untersuchungsmethoden (Textur des Bodens, Bestimmung von pH- und Nitratwert) herausfinden, welche der 6 verschiedenen Bodenproben der an unserem Turnschuh entsprach.

Die Borah High School wird auch von vielen Mormonen besucht. Diese Schüler haben jeden Tag eine Stunde „Seminary“, in der sie ein Schulungshaus der Mormonen gegenüber der Schule besuchen. Als wir mit dem dortigen Lehrer ins Gespräch kamen, stellte sich heraus, dass er Ike Stafford heißt und Bamberg und Umgebung bestens kennt, da er von 2007 bis 2009 in Breitengüßbach Basketball gespielt hat. Er erzählte uns, dass er v.a. die Bamberger Innenstadt mit ihren Bäckereien und seinen ehemaligen Trainer, Ulf Schabacker, sehr vermisst. Seit 2013 arbeitet er nun sowohl aus religiöser Überzeugung als auch weil er gern mit jungen Menschen arbeitet für die Kirche der Latter Day Saints (Heiligen der letzten Tage) in Boise.

Nach zwei Wochen in den Gastfamilien mussten wir uns schweren Herzens von unseren neuen Freunden und Familien verabschieden. Am Flughafen flossen so viele Tränen, dass eine Angestellte des Sicherheitsdienstes mehrmals mit einer Schachtel Taschentücher vorbei kam und sich besorgt erkundigte, was denn da los sei. Nun freuen wir uns schon auf den Gegenbesuch unserer Austauschpartner nach den Pfingstferien.

Pia Liebig